Auf Antrag eines Kantonsgerichtes wurden im Rahmen einer Schadensersatzklage potentielle vergangene und zukünftige Gehälter eines Universitätsabgängers berechnet.
Dessen Berufskarriere wurde durch einen Verkehrsunfall im Alter von 10 Jahren beeinträchtigt. Aufgrund von Vorgaben des Klägers und des Beklagten konnte die vergangene und zukünftige Lohnentwicklung in verschiedenen Berufsfeldern ökonometrisch geschätzt werden. Die Berechnungen erfolgten mit Hilfe der entsprechenden Lohndaten der Lohnstrukturerhebung, der Hochschulabsolventenstudie und der Lohnindexe des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Siehe Einführung auf französisch …
Avant de donner une réponse motivée à chaque question, les opérations de l’expertise seront relatées dans l’ordre chronologique. Lors de la séance de mise en oeuvre de l’expertise du 19 mai 2014, la demanderesse représentée par Me A— , et la défenderesse, représentée par Me B—, avocats à Lausanne, se sont mis d’accord dans le cadre d’une discussion très constructive de fixer plusieurs profils d’emploi du demandeur ainsi que d’autres paramètres. Ces derniers permettent à l’expert d’établir plusieurs estimations du revenu moyen de carrière en partant le plus possible d’une situation concrète.
Du fait que l’accident du demandeur, né le 30 octobre 1980, a eu lieu à l’âge de 10 ans en 1990, la fixation d’une partie de ces paramètres sont hypothétiques, car il n’est, par exemple, pas impératif que, sans l’accident, le demandeur aurait entamé une carrière universitaire. En effet, nous pourrions argumenter, par exemple, que l’accident ait favorisé son développement intellectuel aux détriment de ses capacités manuelles ce qui aurait pu le destiner à un métier ouvrier ou artisanal. Cela étant, il n’existe aucun fait ou de raison qui pourraient justifier que le demandeur aurait, avec une probabilité prépondérante, suivi une autre trajectoire professionnelle.
L’argument de la probabilité prépondérante pour choisir les paramètres à adopter est indispensable dans le cadre de ce type d’expertise, car plus cette dernière se projette dans le futur, plus elle s’éloigne de la situation initiale, concrète et réelle, pour décrire une situation abstraite et hypothétique. Ainsi, pour s’assurer que cette dernière soit la plus réaliste possible, l’expertise se doit de se référer à la situation qui, sur le plan statistique, sera la plus probable ou, en termes juridiques, au cours ordinaire des choses (art. 42 al. 2 CO).
― Extrait, Expertise perte de gain, 2016

Zwei Hauptfaktoren bestimmen die Lohnentwicklung:
Die individuelle Lohnänderung,
die sich aus der Entwicklung der individuellen Merkmale oder der mit der ausgeübten Tätigkeit verbundenen Merkmale ergibt. Beispielsweise steigt das Alter aller Personen im Laufe ihres Berufslebens mit Sicherheit an. Die Analyse der Lohnentwicklung in Abhängigkeit vom Alter für ein bestimmtes Berufsprofil ermöglicht es, den normalen Verlauf der Dinge bestmöglich zu berücksichtigen. Denn mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Zusammensetzung der Merkmale, die für das Lohnniveau ausschlaggebend sind. Beispielsweise steigen das Ausbildungsniveau, der Anteil an Führungskräften, die Anforderungen der Position und die Betriebszugehörigkeit in der Regel mit zunehmendem Alter. Mit dieser Methode lässt sich das Berufsprofil, das dem Lohnniveau jeder Altersgruppe zugrunde liegt, weiterentwickeln, ohne dass leicht anzufechtende Annahmen über den konkreten beruflichen Werdegang der verunglückten Person getroffen werden müssen.
Die allgemeine Entwicklung des Reallohns
entspricht der Lohnentwicklung, die unabhängig von der Person ist, die sie erleidet oder von der sie profitiert. Sie hängt insbesondere vom technologischen Fortschritt, den daraus resultierenden Produktivitätsgewinnen, dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sowie makroökonomischen Determinanten ab. Sie ist spezifisch für bestimmte Arbeitnehmergruppen oder Branchen.
Beitrag HAVE Personen-Schaden-Forum 2016
Roman GRAF, Statistische Grundlagen für die Berechnung des Erwerbsschadens in : Stephan Weber (Hrsg.), Personen-Schaden-Forum 2016, Schulthess, Zürich, 2016, 189-217.

Personen-Schaden-Forum 2016, Schulthess, Zürich, 2016
Bei dem hier behandelten Gerichtsfall (BGer 4A_260/2014 vom 08.09.2014) handelt es sich um ein 1989 mit 14 Monaten verunfalltes Mädchen, das aufgrund von schwersten Hirnverletzungen nie erwerbstätig sein wird. Die Diskussion beschränkt sich vorwiegend auf ökonomische Überlegungen zur Berechnung der mutmasslich zukünftigen Validenlohnentwicklung. Die Problematik, wie man mit Gegenwartsdaten einer Gesellschaft im Wandel in die Zukunft der Lohnentwicklung blicken soll, stellt sich, wie in vielen anderen Bereichen, auch hier. Wobei einige Denkanstösse zur individuellen und allgemeinen Lohnentwicklung, zur zukünftigen Entwicklung der Lohndiskriminierung und zur Wahl zwischen Durchschnitt oder Median nicht fehlen dürfen.
Waadtländer Kantonsgericht, Lausanne
